Low Carb: Abnehmen ohne Verzicht

Low Carb ist heute in aller Munde. Dabei handelt es sich um ein revolutionäres Ernährungskonzept, das mit dem Anspruch verbunden ist, abnehmen zu können ohne Verzicht üben zu müssen. Wie das funktioniert, erläutern wir in diesem Artikel. Neu ist an dem Ansatz, dass nicht mehr Fette, sondern Kohlenhydrate als Hauptproblem für die Gewichtszunahme ausgemacht werden.

Was bedeutet Low Carb?

Der Begriff Low Carb kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt wenig Kohlenhydrate. Kern dieser Ernährungsphilosophie ist die Wiederherstellung einer menschengemäßen Ernährung, wie sie auch Ziel der Paläo-Diät, der Steinzeitdiät, ist, denn in der Steinzeit bildete sich der noch heute dominierende Organismus des Menschen mit seinem typischen Stoffwechsel heraus. Low Carb ist nicht so weitgehend wie die Paläo-Diät und konzentriert sich auf das Wesentliche der neuen Erkenntnisse. Diät soll schließlich Spaß machen und nicht mit Verzicht verbunden sein. Dies wäre die sicherste Rückfahrkarte in den Jojo-Effekt. Schmackhafte ketogene Rezepte, die mit Low Carb verbunden sind, finden Sie unter diesem Link.

Was den Menschen prägte

In der Steinzeit, als sich der menschliche Organismus entwickelte, war der Mensch Jäger und Sammler. Er jagte Fleisch, fing Fische und sammelte nährstoffreiche Pflanzen und Früchte. Selbst der Ackerbau, eine der Schlüsselfaktoren für die Herausbildung moderner Gesellschaften, war noch nicht entstanden. Er nahm auch nur einen geringen Anteil an der menschlichen Genesis an.

An dieser Stelle müssen wir uns immer wieder vergegenwärtigen, dass die Zeitspanne des Menschen in der Vormoderne, ohne Staat und Gesellschaft, nur mit Stämmen und Gemeinschaft, zeitlich der alles andere überragende Zustand gewesen war. Betrachten wir uns eine Orange, dann umfasst die Zeit der Modernität nur die Dicke der kleinen weißen Orangenhaus, also nicht einmal der dicken Apfelsinenschale. Alles andere ist vormodern.

Die Energiegewinnung über die Ketose

Die Vormoderne war eine entbehrungsreiche Zeit, auch wenn sie für den Einzelnen ein Maß an Freiheit bedeutete, das er in jeder Epoche der Moderne aufgeben musste. In dieser Zeit waren Proteine und Fette der Hauptlieferant des Menschen und Lebensgrundlage. In den Höhlenmalereien werden auch typischerweise Jagdszenen beschrieben. Wurde ein großes Rind gefangen, konnte die Gemeinschaft davon einen Monat leben. Doch nicht immer war den Menschen ein derartiger Jagderfolg beschieden.

Es konnten Wochen, ja Monate verstreichen, in denen der Mensch außer ein paar Früchten, Blättern und Rinde überhaupt nichts zu essen bekam. Dass er dennoch Chancen hatte, diese Zeit zu überleben, hing mit der Ketose zusammen und damit dem Prozess der Verstoffwechslung von Fetten. Aus den Fettkörperchen, den Ketonen, zieht der Körper in Form von ATP seine Energie. Sind viele Fette im menschlichen Körper eingelagert, reicht die Zeit, um mehrere Wochen lang zu überleben. Im Bauplan des Menschen sind also längere Dürrezeiten vorgesehen, die in den Fastenzeiten ihre Entsprechung fanden und ins moderne Zeitalter gerettet wurden.

Das weiße Gift

Kohlenhydrate hatten für das Leben des Menschen hingegen nur eine untergeordnete Bedeutung. Zucker kannte der Mensch allenfalls als Fruchtzucker von Obst, das nur saisonal verfügbar war und überdies in eine gesunde Matrix eingebettet war. Der heutige Zustand hingegen, in dem nahezu jedes Lebensmittel mit industriell gewonnenem und gefertigtem Zucker beigesetzt wird, ist hingegen ein zutiefst unnatürlicher. Er ist verantwortlich für zahlreiche Zivilisationskrankheiten.

Dickmacher Zucker

Als Dickmacher tritt Zucker in gleich mehrerer Hinsicht in Erscheinung. Durch seinen geringen Nährwert stillt er kaum den Appetit, sodass wir den ganzen Tag nur Zucker verzehren könnten. Dies fällt uns auch deshalb so leicht, weil Zucker zum einen ein kräftiger Geschmacksverstärker ist und zum anderen Glückshormone freisetzt. Ernährungswissenschaftler sagen, dass Zucker ein Verlangen ähnlich wie andere Drogen wie Koffein, Nikotin und Alkohol auslöst. Schließlich wird Zucker vom Stoffwechsel prioritär behandelt. Solange Zucker vom Organismus verwertet wird, müssen alle andere Nährstoffe warten und damit auch die kalorienreichen Fette, die sich nun als Dickmacher im menschlichen Körper einlagern.